1. Folge Save-Money Krimi: Treffpunkt Bürkliplatz

Jack Money, 26 Jahre alt, Student und Privatdetektiv, wohnhaft Agglomeration Zürich, wird spät nachts nochmals aus dem Haus geholt. Einer seiner Klienten verlangt nach ihm.

Die Nacht war dunkelgrau, es regnete in Strömen. Seine gelbe Velo- Pelerine vermochte die Nässe kaum abzuhalten, zumal sie nicht zum Motorradfahren gefertigt worden war. Er fluchte, der Helm lief an, die Lichter entgegenkommender Fahrzeuge blendeten. Er hatte nicht damit gerechnet, an jenem Abend seine alte Dame nochmals ausführen zu müssen. Sie spotzte, spukte Feuer aufgrund von Fehlzündungen zum kurzen Auspuffrohr hinaus und rutschte auf Fussgängerstreifen und Fahrrinnen gefährlich aus der Bahn.

Ein Anruf hatte ihn dazu gebracht bei solch abstossender Witterung nochmals das Haus zu verlassen.   Der Regen trommelte ihm auf den Helm. Auf dem Asphalt zog das Wasser bereits in Bächen talwärts. In Anbetracht der Zeit, die schon bei der Abfahrt äusserst knapp bemessen worden war, drehte er am Gasgriff. Die kleine blaue Vespa gab ihr Bestes und flog um Kurve und Rank.

Eine halbe Minute musste reichen, um seine kleine Blaue zu parkieren, den Helm fest zu ketten, die Pelerine über den Lenker zu werfen und auf den Perron zu eilen. Pünktlich wie ein Tissot-Ührchen stand er am Bahnsteig und stellte mit Unmut eine zweiminütige Verspätung des Zuges fest, als er einstieg. Diese zwei Minuten hätten gerade noch gereicht um das frisch gewaschene Hemd zum Trocknen aufzuhängen!

Er sass im Zug und zog seinen wassertriefenden Mantel aus, der zumindest ebenso dunkelgrau war, wie der Nachthimmel vor dem Zugfenster. Er klaubte sein kleines, schwarzes Notizbuch aus der Manteltasche und ärgerte sich darüber, dass ihm zum Schreiben bloss ein stumpfer Bleistiftstummel übrig blieb. In eben diesem Notizbuch pflegte er jeweils alle Informationen über seine Klienten festzuhalten. Er blätterte einige Seiten um und fand den Fall Schwarzer. Er hasste Beziehungsangelegenheiten, doch dieser Schwarzer war kein gewöhnlicher Kunde. Er liess nicht nur seine Frau beobachten, die ebenfalls im Verwaltungsrat sass, sondern alle seine engsten Mitarbeiter, der Firma Schwarzer und Schwarzer Druckpatronen AG. In all den Jahren, in denen sich Jack nun schon mit privaten Observationsaufträgen sein Studium finanziert hatte, war ihm noch kein Mensch derart unangenehm aufgefallen, wie Schwarzer persönlich. Er notierte nun sorgsam, so sorgsam es seine eiligen Handschrift eben zuliess, Ort und Zeit des Treffpunktes, den er mit Schwarzer eben am Telefon ausgemacht hatte: 23.50 Uhr Bürkliplatz, beim Billettschalter der Zürichsee Schifffahrt.

Jack langte nach einer Büchse „Migros Budget“- Energiedrink, die er auf die Schnelle noch in seinen Mantelsack geschoben hatte und öffnete genüsslich den Verschluss. Vierzig Minuten später stand er am Schiffssteg und ging ungeduldig auf und ab. Er hasste es zu warten.

Nach zehnminütigem Herumstehen, begann Jack den Schiffsteg abzusuchen. Sein untrügliches internes Warnsystem begann augenblicklich Alarm zu schlagen. Sein Herz begann zu klopfen, seine Augen und Ohren wurden wachsam, er schlich vorsichtig nach links zu den Anlageplätzen hinunter. Der Regen klatsche ihm immer stärker ins Gesicht, er zog den Kopf weit in den Mantelkragen hinunter. Vorsichtig drückte er sich der Mauer entlang, möglichst weit vom Wasser entfernt  um die nächste Ecke. Plötzlich blieb er stehen, seine Augen verfolgten ein dunkles Rinnsal, dass sich immer mehr mit Regenwasser verdünnte und zuletzt fast unbemerkt in den See rann, bis zu seinem Ursprung. Er schritt näher heran, da lag ein Mensch, Schwarzer. Jack erschauderte, als er das japanische Fischmesser in dessen Rücken entdeckte. Im nächsten Augenblick schnellte ein Schatten hinter der Mauer hervor. Bevor Jack richtig wahrnehmen konnte, reagierte sein Instinkt mit einem Sprung zur Seite, er taumelte kurz und stürzte dann rückwärts ins Wasser.

So das war nun die erste Folge!

Was denkst  du, wie wird es weitergehen? Wer steckt hinter dem unbekannten Schatten? Wer hat Schwarzer umgebracht, seine Frau? Hat sich Jack Money verletzt?

Ich freue mich auf eure Antworten und Kommentare, bis am nächsten Montag!

Alle Folgen:





Ähnliche Artikel:

Keine Antworten : “1. Folge Save-Money Krimi: Treffpunkt Bürkliplatz”

Trackbacks/Pingbacks

  1. 2. Folge Save-Money Krimi:Leiche auf der Flucht | Save-Money.ch - [...] 1.Folge Save-Money Krimi: Treffpunkt Bürkliplatz [...]
  2. 3. Folge Save-Money Krimi: Kalte Füsse | Save-Money.ch - [...] 1. Folge Save-Money Krimi [...]
  3. 4. Folge Save-Money Krimi:One way ticket | Save-Money.ch - [...] 1. Folge Save-Money Krimi: Treffpunkt Bürkliplatz [...]
  4. 5. Folge Save-Money Krimi: | Save-Money.ch - [...] 1. Folge Save-Money Krimi: Treffpunkt Bürkliplatz [...]
  5. 6. Folge Save-Money Krimi: Verdächtig | Save-Money.ch - [...] 1. Folge Save-Money Krimi: Treffpunkt Bürkliplatz [...]
  6. 7. Folge Save-Money Krimi: Scherben | Save-Money.ch - [...] 1. Folge Save-Money Krimi: Treffpunkt Bürkliplatz [...]
  7. 8. Folge Save-Money Krimi: Das zweite Gesicht | Save-Money.ch - [...] 1. Folge Save-Money Krimi: Treffpunkt Bürkliplatz [...]
  8. 9. Folge Save- Money Krimi: Aussichtslos | Save-Money.ch - [...] 1. Folge: Treffpunkt Bürkliplatz 2. Folge: Leiche auf der Flucht 3. Folge: Kalte Füsse 4. Folge: One way ...

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>